Geschichte

RSG Lohne-Vechta

Stand 12.2015

Eine Erfolgsgeschichte auf zwei Rädern

Als es den gebürtigen Cappelner Heiner Hannöver Ende der siebziger Jahre beruflich wie privat nach Lohne verschlägt, treibt ihm eine Frage ein paar Sorgenfalten ins Gesicht: Wo nur soll ich hier meiner Leidenschaft, dem Radcross nachgehen? Seit den frühen fünfziger Jahren war im Landkreis Vechta der Radsport zum Erliegen gekommen. Ein Verein in unmittelbarer Nähe somit für den Amateurfahrer Heiner Hannöver nicht in Sicht. „Da habe ich mir gedacht: Jetzt ist es an der Zeit, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen“, sagt der heute 69-Jährige. Gesagt, getan: Zusammen mit seinen beiden Mitstreitern Karl Götting und Richard Klostermann gründet Hannöver am 5. Februar 1980 in der ehemaligen Gaststätte „Am Sportplatz“ an der Steinfelder Straße in Lohne die RSG (Radsportgemeinschaft) Lohne-Vechta. 17 radsportbegeisterte Männer tragen sich als Vereinsmitglieder ein. „Wir waren damals zwar junge Schnösel und wussten nicht ganz genau, was zu tun war. Aber wir haben uns dann doch einfach in die Arbeit hinein gestürzt“, sagt Hannöver und fügt leise an: „Es ist, so glaube ich, in den Jahren etwas ganz Gutes daraus geworden.“

 

Das Herz des Vereins schlägt für den Radcross

Dass dies eine bescheidene Untertreibung des heutigen Ehrenvorsitzenden ist, zeigt sich bereits früh. Wenige Monate nach Gründung der RSG Lohne-Vechta starten Mitglieder bei Radrennen und Radtourenfahrten in ganz Niedersachsen. Schnell stellen sich erste Erfolge ein. Von Beginn an schlägt das Herz des Vereins dabei für Hannövers Parade-Disziplin Radcross. So veranstaltet die RSG mit der Querfeldein- Bezirksmeisterschaft 1981 ihr erstes Rennen. Und auch die erste eigene und sogleich internationale Großveranstaltung lässt nicht lange auf sich warten: Das inzwischen über die Region weit hinaus bekannte Radcrossrennen „Rund um den Lohner Aussichtsturm“ wird am 27. Februar 1982 von der RSG aus der Taufe gehoben. Hannöver und seine Mitstreiter sind in den Folgejahren mit großer Leidenschaft am Werk: Bereits 33 Mal organisierten sie die Radtourenfahrt „Quer durch den Landkreis Vechta“, 36 Mal das „Volksradfahren für Jedermann“. Vor allem aber auch auf Wettkampfebene hat sich der Verein in der Crossszene – die besonders in Belgien zahlreiche Anhänger hat - national wie international einen exzellenten Ruf verschaffen können. Die RSG richtete bislang insgesamt 66 internationale bzw. bundesoffene Straßen- und Querfeldeinradrennen in Lohne und Vechta aus, davon vier Mal das Finale um den Deutschland-Cup.

 

Fünf Niedersachsenmeisterschaften (darunter eine norddeutsche Meisterschaft) sowie fünf Weser-Ems Bezirksmeisterschaften fanden in Lohne bzw. Vechta statt. Die RSG gehört zudem zu den Initiatoren der Weser-Ems-Cup-Serie, die bereits zum 14. Mal ausgetragen wurde und mit einer durchschnittlichen Starterzahl von etwa 250 Fahrern die größte Rennserie dieser Art in Deutschland ist.

 

Zum zweiten Mal Ausrichter der Deutschen Meisterschaft

Drei Radcross-Rennen, von denen zwei dem Deutschland- Cup angehören, führt die RSG regelmäßig pro Saison durch – und das ist einmalig in Deutschland. Höhepunkt in der 35-jährigen Geschichte des Vereins jedoch: die Ausrichtung der Deutschen Querfeldein- Meisterschaft 1993 in Lohne. Sie soll nun am 09. und 10. Januar 2016 ihre erfolgreiche Fortsetzung am Reiterwaldstadion in Vechta finden. „Mit der erneuten Ausrichtung der Deutschen Meisterschaft möchten wir vor allem auch unseren eigenen Fahrern die Möglichkeit bieten, auf bekanntem Terrain direkt vor der Haustür ein erfolgreiches Rennen bestreiten zu können“, sagt Hannöver, der zwar noch zum achtköpfigen Organisationsteam der RSG für die nationale Top-Veranstaltung gehört, den Vorsitz des Vereins inzwischen allerdings in jüngere Hände übergeben hat: in die seiner Schwiegertochter Viviane Hannöver, ebenfalls ehemalige erfolgreiche Radcrosserin. In all den Jahren versäumte es der Verein freilich nicht, sich auch um den Radsport-Nachwuchs zu kümmern und eigene Talente zu fördern. Sportler wie Franz-Josef Nieberding, Henning Jaecks, die drei Kinder Hannövers - Sebastian, Thomas und Ulrike - oder Johannes Siermann reiften bei der RSG Lohne-Vechta zu nationalen Spitzenfahrern heran und vertraten mehrfach die Nationalfarben bei Weltmeisterschaften und Weltcuprennen im Radcross.

 

Die Erfolgsgeschichte fortschreiben

Der Deutsche Meistertitel im Querfeldein und Platz sieben bei den Weltmeisterschaften der Elite und Profis im Jahr 1997 durch Franz-Josef Nieberding, der Studentenweltmeistertitel 2006 durch Sebastian Hannöver und dessen Sieg bei der Masters-WM 2010 oder der EM-Titel seines Bruders Thomas in der Mastersklasse 2 2014 stehen nur stellvertretend für die zahlreichen Erfolge der RSG-Fahrer auf internationaler, nationaler und regionaler Ebene.

Mit seinen mehr als 100 Mitgliedern ist die RSG Lohne-Vechta inzwischen einer der größten Radsportvereine im Bezirk Weser-Ems. Unter ihnen 14 Männer und Frauen im Alter von 16 bis 59 Jahren, die in den Klassen Jugend bis Senioren 3 als lizenzierte Rennsportler aktiv sind. Mit einem gemeinsamen Ziel: die Geschichte der RSG Lohne-Vechta auf zwei Rädern erfolgreich fortzuschreiben.